Arthus durfte keinen THS mehr machen, meine hundesportverrückte Tochter suchte einen neuen Hund - wieder einen Jagdhund. Über JiN fanden wir Deutsch Drahthaar Heidi in einem TH in Frankreich.
Ihre ersten neun Monate war sie bei einem Jäger, ist mit den alten Hunden mitgelaufen, Wild aufstöbern, den Jägern zutreiben und klein Heidi ist dabei immerwieder verlorengegangen, irgendwann im Tierheim nicht mehr abgeholt. Danach war sie weit über 1 Jahr im Tierheim.
Sie kannte kein Kommando, wusste nicht, dass man auch auf der Strasse laufen kann. Bei den Hühnern und Hasen meiner Eltern hat sie sich anfangs laut schreiend fallen lassen. Jeder Versuch sie irgendwie abzulegen wurde auch mit Schreien und sich Lösen beantwortet.
Im normalen Alltag liebt sie alle Menschen, alle Hunde, toleriert unsere Katzen, quietscht aber meistens rum, wenn sich keiner um sie kümmert, wenn wir Auto fahren, wenn wir stehen bleiben, weil ich mich unterhalten will, oder einfach weil ??? Gesundheitlich ist sie in Ordnung.
Nach drei Jahren war es uns immer noch nicht wirklich gelungen, sie an uns zu binden. Sobald wir aus dem Haus waren, hat sie uns kaum noch wahrgenommen. Über ein Jahr hatte ich sie aus der Hand gefüttert, nach etwa zwei Jahren hat sie draussen mal nach mir geschaut. Was ich schon für ein Gekaspere gemacht hatte, um ihre Aufmerksamkeit zu erreichen, reicht für einen ganzen Unterhaltungsfilm.
Ich konnte nicht mit ihr arbeiten, z.B. Fährte: zwei Minuten, dann hat sie schon wieder ein Geruchspartikel Wild, Vogel, Eichhörnchen in der Nase und Heidi ist anders beschäftigt. Sie interessierte sich nicht für Leckerli oder Spielzeug, sie interessierte sich nur für Wild.
Meine Tochter hatte auch ihren Spass mit ihr auf dem Hundeplatz, war Heidi doch der Alleinunterhalter: schmeisst sich vor die Hindernissbahn statt drüber zu saussen, bei den Unterordnungsübungen spielt sie ständig andere Hunde an, lacht den Übungsleiter so an, dass auch er lachen muss.
Mit ihrer "Art" trampelt sie sich in jedermanns Herz, keiner kann ihr widerstehn.
Als dann meine Tochter mit ihrem "hundeängstlichen" Freund zusammengezogen ist, blieb Heidi bei mir.
Von vorn haben wir Beide angefangen, Futter nur draussen mit dem Futterbeutel, nur wenn mit mir gearbeitet wurde, Rückruf neu aufgebaut, Schleppleinentraining - das brave Mädchen hat alles verstanden, läuft Wild nicht hinterher, kann kurzzeitig apportieren, und nach einem Kurs "Nasenarbeit" im Frühjahr im Hotel Wolf wissen wir: das Mädchen möchte Menschen suchen - damit ist sie happy.
Aber sie kann Füchsen nicht widerstehn.
Deshalb kann sie leider nicht immer ohne SL laufen.